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Welt-AIDS-Tag

iab austria kritisiert Zensur von US-Digitalgiganten Facebook, TikTok und Co

Der Online-Vermarkterkreis im iab austria stellt die Werbezensur des US-Digitalgiganten Facebook an den Pranger. So fallen Kampagnen mit gesellschaftlichen Mehrwert der Doppelmoral zum Opfer und werden nicht veröffentlicht.

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Der Checkpoint Zürich, wollte zum Welt-AIDS-Tag ein Video mit zwei sich küssenden Männern bewerben, jedoch lehnte das soziale Netzwerk Facebook den Upload zweimal ab. „Das Video beinhalte sexuelle oder anzügliche Bilder, Nacktheit und Menschen in anzüglichen Posen oder bei sexuell provokanten Handlungen“, so die Argumentation des Medienunternehmens. Aber nicht nur Facebook selbst, sondern auch Instagram macht es dem Gesundheitszentrum für queere Männer sehr schwierig, Werbung zu schalten. In den vergangenen Monaten wurde dem WienTourismus auch der Upload eines Sujets von Gustav Klimt verwährt und auch die Sujets zur Bewerbung der aktuellen Ausstellung des Bank Austria Kunstforum Wien „Pierre Bonnard” wurde von Facebook zensiert. Während Facebook sich gerne LGBT-friendly zeigt und im Juni die Regenbogenfahne hisst, wird es Institutionen erschwert, Präventionsarbeit zu leisten und Awareness-Kampagnen zu schalten, kritisiert das iab austria.


Zudem kritisiert der Online-Vermarkterkreis im iab austria auch die diskriminierenden Moderationsregeln im chinesischen Netzwerk TikTok: Unter anderem landeten homosexuelle oder dicke Menschen auf einer Liste von „besonderen Nutzern“. Ihre Videos wurden als Mobbing-Risiko betrachtet und in der Reichweite beschränkt. Als Beispiele für betroffene User nennt TikTok in seinen Richtlinien „entstelltes Gesicht“, „Autismus“ oder „Downsyndrom“. Die Entscheidung über die Klassifizierung der User obliegt Moderatoren, die dafür rund 30 Sekunden Zeit haben. Obwohl diese Richtlinien mittlerweile revidiert wurden, muss sich das Netzwerk dem Vorwurf der politischen Zensur stellen. „Digitalwerbung ist ein mächtiger Hebel für Awareness-Kampagnen, gesellschaftliche und kulturelle Anliegen. Am aktuellen Beispiel zeigt sich wieder deutlich, welche Doppelmoral hinter Facebook steckt und welch bedrohliche Auswirkungen die Zensur durch die U.S.-Digitalgiganten haben kann. Österreichische Publisher werden von Menschen gesteuert, die den Markt kennen und das nötige Fingerspitzengefühl haben. Es kann nicht sein, dass gesellschaftsrelevante Themen oder kulturelle Inhalte zensiert werden“, moniert Eugen Schmidt (AboutMedia), Leiter des Online-Vermarkterkreises im iab austria.


Im Zusammenhang mit der aktuellen Werbezensur aus der Schweiz macht der Online-Vermarkterkreis auch auf Probleme mit der Umfeldqualität aufmerksam. Während Werbung für wichtige Themen blockiert wird, öffnen die US-Digitalgiganten den Machern von Fake News die Tür. Letztlich müsse für Werbetreibende aber auch NGOs und Kulturinitiativen die Vertrauenswürdigkeit der Inhalte entscheidend sein. So sollen laut dem OVK Facebook und Co. ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzen und nicht ausreichend in die Überprüfung der Inhalte investieren, sondern um sich als gesetzeskonform darzustellen, auf Werbezensur zu setzen. Vor diesem Hintergrund – so der OVK – kann keine Rede von rein technischen Anbietern sein, wenn Eingriffe in die Inhalte erfolgen.

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