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© Pixabay

Google Ads Safety Report 2023: 5,5 Milliarden Anzeigen blockiert

Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt verlassen sich auf Google-Produkte, um relevante und vertrauenswürdige Informationen zu erhalten, einschließlich von Anzeigen. Daher veröffentlichte Google heute seinen jährlichen Ads Safety Report.

Der wichtigste Trend im Jahr 2023 waren die Auswirkungen der generativen KI. Diese neue Technologie löste relevante und bedeutende Veränderungen in der digitalen Werbebranche aus – von Leistungsoptimierungen bis zur Bildbearbeitung. Natürlich bringt generative KI auch neue Herausforderungen mit sich. Google nimmt diese Herausforderungen ernst und erläutern in aller Kürze das Handeln, um diesen Veränderungen zu begegnen.

Genauso bedeutend ist, dass uns generative KI die einzigartige Gelegenheit bietet, die Maßnahmen zur Durchsetzung von Googles Richtlinien erheblich zu verbessern. Die Teams setzen auf diese transformative Technologie, insbesondere auf große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs), damit Google NutzerInnen im Internet besser schützen können. 

Generative KI unterstützt die Durchsetzung

Googles Sicherheitsteams nutzen seit langem KI-gestützte Systeme des Maschinellen Lernens, um die Durchsetzung ihrer Richtlinien in großem Umfang zu unterstützen. So ist Google seit Jahren in der Lage, Milliarden von unerwünschten Anzeigen zu erkennen und zu blockieren, bevor sie jemand zu sehen bekommt. Diese Modelle für maschinelles Lernen sind zwar hochentwickelt, mussten aber in der Vergangenheit ausgiebig trainiert werden – sie stützen sich oft auf Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen Beispiele regelwidriger Inhalte.

Große Sprachmodelle hingegen sind in der Lage, Inhalte in großem Umfang schnell zu überprüfen und einzuordnen, wie auch wichtige Nuancen innerhalb dieser Inhalte zu erfassen. Diese fortgeschrittenen Fähigkeiten zur logischen  Schlussfolgerung haben bereits zu umfangreicheren und präziseren Ergebnissen bei der Durchsetzung einiger der komplexeren Richtlinien geführt. Als Beispiel dient Googles Richtlinie gegen regelwidrige Anzeigen, die unseriöse Finanzprodukte oder Modelle bewerben, unter anderem solche zum „Schnell-reich-werden“. Die BetrügerInnen, die hinter dieser Art von Werbung stecken, werden immer raffinierter. Sie passen ihre Taktik an und kreieren Anzeigen zu neuen Finanzdienstleistungen oder ‑produkten, wie Anlageberatung oder digitale Währungen, um NutzerInnen zu betrügen. 

Zwar sind herkömmliche Modelle für maschinelles Lernen darauf trainiert, diese Richtlinienverstöße zu erkennen. Doch die Schnelllebigkeit und der ständige Wandel von Finanztrends machen es bisweilen schwieriger, zwischen rechtmäßigen und betrügerischen Dienstleistungen zu unterscheiden und Googles automatisierte Systeme zur Richtliniendurchsetzung rasch zu skalieren, um Betrug zu bekämpfen. Die großen Sprachmodelle sind besser geeignet, neue Trends im Bereich Finanzdienstleistungen zu erkennen, Muster illegaler Praktiken ausfindig zu machen, die diese Trends missbrauchen, und rechtmäßige Geschäftspraktiken von Betrugsversuchen zu unterscheiden, welche nahelegen, man könne schnell reich werden. Dies hat den Teams von Google geholfen, noch flexibler auf neue Bedrohungen jeglicher Art reagieren zu können.

Google steht erst am Anfang des Einsatzes der großen Sprachmodelle zur Gewährung der Anzeigensicherheit. Gemini, das letztes Jahr angekündigt und vorgestellt wurde, ist Googles leistungsfähigstes KI-Modell. Google freut sich, nun damit begonnen zu haben, dass die ausgefeilten Fähigkeiten des Modells zur logischen Schlussfolgerung in ihren Aktivitäten für mehr Anzeigensicherheit und zur Richtliniendurchsetzung einfließen.

Engagement zur Verhinderung von Betrug

Im Jahr 2023 haben Betrug und Abzocke auf allen Online-Plattformen zugenommen. BetrügerInnen wenden immer raffiniertere Taktiken zur Manipulation digitaler Werbung an, um Menschen und seriöse Unternehmen gleichermaßen hinters Licht zu führen. Um diesen sich ständig verändernden Bedrohungen zu begegnen, hat Google seine Richtlinien rasch aktualisiert, reaktionsschnelle Teams für die Durchsetzung der Richtlinien eingesetzt und ihre Erkennungs-Techniken verfeinert.

  • Im November hat Google seine Richtlinie ‘Begrenzung der Anzeigenbereitstellung’ eingeführt, mit der sie NutzerInnen schützen wollen, indem sie die Reichweite von Werbetreibenden, mit denen Google weniger vertraut ist, zu begrenzen. Im Rahmen dieser Richtlinie hat Google eine „Kennenlernphase“ für Werbetreibende eingeführt, die sich noch nicht über einen gewissen Zeitraum durch gutes Verhalten bewährt haben. Während dieser Zeit können die Impressionen für deren Anzeigen unter bestimmten Umständen eingeschränkt werden, z. B. wenn eine unklare Beziehung zwischen dem Werbetreibenden und einer Marke besteht, auf die er verweist. Letztendlich wird die begrenzte Anzeigenbereitstellung, die sich noch in der Anfangsphase befindet, dazu beitragen, dass seriöse Werbetreibende Vertrauen bei den NutzerInnen aufbauen können, während die Reichweite von betrügerischer und irreführender Werbung begrenzt und so das Betrugsrisiko insgesamt verringert wird. 
  • Ein wichtiges Element beim Schutz der Menschen vor Online-Betrug hängt von unserer Fähigkeit ab, schnell auf neue Missbrauchstrends zu reagieren. Gegen Ende des Jahres 2023 und bis ins Jahr 2024 hinein wurden wir mit gezielten Werbekampagnen konfrontiert, bei der das Konterfei von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verwendet wurde, um NutzerInnen zu betrügen, häufig durch die Verwendung von sogenannten ‘Deepfakes’. Als Google diese Art Betrug entdeckten, setzten sie ein spezielles Team ein, um sofort reagieren zu können. Sie ermittelten Muster im Verhalten der BetrügerInnen, trainierten die automatisierten Modelle zur Durchsetzung, um so ähnliche Anzeigen zu erkennen, und begannen, sie in großem Umfang zu entfernen. Außerdem aktualisierte Google die Richtlinie zu Falschdarstellungen, um die Konten von BetrügerInnen schneller sperren zu können.

Insgesamt sperrten oder entfernte Google 206,5 Millionen Anzeigen aufgrund von Verstößen gegen deren Richtlinien zu Falschdarstellungen, darunter viele Betrugsversuche, sowie 273,4 Millionen Anzeigen, da sie gegen Googles Richtlinien zu Finanzdienstleistungen verstießen. Darüber hinaus sperrten oder entfernte Google mehr als 1 Milliarde Anzeigen, da sie gegen unsere Richtlinie gegen den Missbrauch des Werbenetzwerks verstießen, wozu unter anderem Werbung für Malware gehört. 

Der Kampf gegen betrügerische Anzeigen ist ein laufendes Unterfangen, da Google feststellt, dass BetrügerInnen immer raffinierter und in größerem Umfang agieren und neue Taktiken wie Deepfakes anwenden, um Menschen zu täuschen. Es werden auch weiterhin umfangreiche Ressourcen eingesetzt und erhebliche Investitionen in Erkennungstechnologien getätigt, sowie mit Organisationen wie der ‘Global Anti-Scam Alliance’ und ‘Stop Scams UK’ zusammenarbeiten, um den Informationsaustausch zu erleichtern und NutzerInnen weltweit zu schützen.

Investitionen in die Integrität von Wahlen

Politische Werbung ist ein wichtiger Bestandteil demokratischer Wahlen. KandidatInnen und Parteien nutzen Anzeigen, um auf sich aufmerksam zu machen, Informationen zu verbreiten und potenzielle WählerInnen anzusprechen. In einem Jahr, in dem weltweit mehrere wichtige Wahlen anstehen, will Google sicherstellen, dass WählerInnen den Wahlwerbespots, die sie auf unseren Plattformen sehen, vertrauen können. Aus diesem Grund bestehen in das Google-Werbenetzwerk seit langem Anforderungen an die Identitätsprüfung und Transparenz für Wahlwerbung sowie Beschränkungen für die Art und Weise, wie Werbetreibende ihre Wahlwerbung schalten können. Sämtliche Wahlwerbung muss außerdem einen Hinweis auf die AuftraggeberInnen enthalten, dieser wird in dem öffentlich zugänglichen Transparenzbericht ausgewiesen. 2023 hat Google mehr als 5.000 neue WahlwerberInnen auf ihre Identität überprüft und mehr als 7,3 Millionen Mal Wahlwerbung entfernt, die von Werbetreibenden stammte, welche die Überprüfung nicht abgeschlossen hatten.

Vergangenes Jahr war Google das erste Technologieunternehmen, das eine neue Offenlegungspflicht für Wahlwerbung mit künstlich erzeugten Inhalten einführte. Da immer mehr Werbetreibende die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz nutzen, will Google sicherstellen, dass sie den Menschen auch weiterhin die Transparenz und Informationen bieten, die sie benötigen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Darüber hinaus hat Google seine Richtlinien gegen Anzeigen durchgesetzt, die nachweislich Falschdarstellungen im Zusammenhang mit  Wahlen aufweisen, die das Vertrauen oder die Beteiligung an demokratischen Prozessen untergraben könnten. 

2023 in Zahlen

Das Ziel von Google ist es, betrügerische Anzeigen zu erkennen und entsprechende Konten zu sperren, bevor sie auf die Plattformen gelangen, oder sie sofort zu entfernen, sobald sie entdeckt werden. KI verbessert die Richtliniendurchsetzung an all diesen Fronten. 2023 hat Google mehr als 5,5 Milliarden Anzeigen blockiert oder entfernt, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht, wie auch 12,7 Millionen Konten von Werbetreibenden blockiert oder entfernt, was fast einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ebenso arbeiten sie daran, Werbetreibende und Menschen zu schützen, indem Google-Anzeigen von Publisher-Seiten und Websites entfernen, die gegen die Richtlinien verstoßen, wie beispielsweise im Falle von freizügigen Inhalten oder gefährlichen Produkten. 2023 hat Google die Schaltung von Anzeigen auf mehr als 2,1 Milliarden Publisher-Seiten blockiert oder eingeschränkt, ein leichter Anstieg gegenüber 2022. Google wird auch immer besser darin, gegen weit verbreitete oder massive Verstöße vorzugehen. Google hat umfassendere Maßnahmen zur Richtliniendurchsetzung auf Site-Ebene für mehr als 395.000 Publisher-Websites ergriffen, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2022.

Um den Einfluss von KI auf diese Arbeit zu verdeutlichen: Im vergangenen Jahr begannen mehr als 90 Prozent der Maßnahmen zur Durchsetzung auf Publisher-Ebene mit dem Einsatz von Modellen für maschinelles Lernen, einschließlich der neuesten großen Sprachmodelle. 

Agil bleiben und in die Zukunft blicken

Wenn es um die Sicherheit von Anzeigen geht, kann sich im Laufe eines einzigen Jahres viel ändern: die Einführung einer neuen Technologie wie die generative KI, neue Missbrauchstrends und globale Konflikte. Und die digitale Werbebranche muss schnell reagieren können. Aus diesem Grund entwickelt Google kontinuierlich neue Richtlinien, stärken unsere Systeme zur Richtliniendurchsetzung, vertieft die branchenübergreifende Zusammenarbeit und bieten MenschenPublishern und Werbetreibenden mehr Kontrolle. 

2023 hat Google beispielsweise das Ads Transparency Center eingeführt, ein durchsuchbares Verzeichnis für alle Anzeigen von verifizierten Werbetreibenden, das es den NutzerInnen ermöglicht, schnell und einfach mehr über Anzeigen zu erfahren, welche sie in der Google Suche, auf YouTube und im Displaynetzwerk sehen. Außerdem hat Google die Eignungskontrollen aktualisiert, um es für Werbetreibende einfacher und schneller zu machen, Themen auszuschließen, die sie im YouTube- und Display-Inventar vermeiden wollen. Insgesamt wurden 31 Aktualisierungen an den Anzeigen- und Publisher-Richtlinien vorgenommen. 

Elisa Krisper

Elisa Krisper

Chris Budgen

„Chatter” von Ethan Cross

Der renommierte Psychologe Ethan Kross verschränkt für sein international vielbeachtetes Buch seine eigenen bahnbrechenden Forschungsergebnisse aus Verhaltens- und Hirnforschung mit zahlreichen Fallstudien aus der Praxis.