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Gaming rettet das Metaverse

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Albert Sachs
Der Hype ist vorbei, aber das Metaverse noch lange nicht tot.

Es ist dämmerig geworden im Metaverse. Weil viele Unternehmen, die dort funkelnde Dependancen und glitzernde Warenwelten eröffnet haben, ihre digitalen Niederlassungen längst wieder schlossen. Vor allem aber sind die Jubelmeldungen über die Präsenz im Metaverse verklungen, ohne ein nachhaltiges Echo zu hinterlassen.

Doch so trüb das klingen mag, läuft das aktuelle Leben im Metaverse nicht wirklich ab. Denn es gibt ein Segment, das dort nach wie vor zuhause ist, still und heimlich prosperiert und dessen Fans sich in Massen in den künstlichen Parallelwelten herumtreiben. Das ist die Gamingbranche und die vielen Hundert Millionen Gamer:innen.

Der globale Metaverse-Gaming-Markt wird im Jahr 2023 voraussichtlich bei etwa 13,4 Milliarden Euro liegen, rechnet Statista vor. Schon aktuell eine atemberaubende Größe, von der kaum jemand Notiz nimmt. Doch noch fabelhafter fallen die Prognosen aus. Demnach soll das Marktvolumen bis zum 2030 auf knapp 162 Milliarden anwachsen, mit jährlichen Zuwachsraten von rund 43 Prozent (2023–2030). Die Zahl der User:innen soll gemäß dieser Prognose im laufenden Dezennium auf 943,3 Millionen emporschnellen.

Die Kombination aus physischer und virtueller Welt scheint für Gamer:innen besonders attraktiv. Sie sind es gewohnt in andere Welten einzutauchen. Bei vielen Spielen verschwimmt der Unterschied zwischen Realität und Fantasywelt. Interaktive und immersive Spielerlebnisse passen da mehr als perfekt ins Bild.

Videospiele sind aktuell wohl die am schnellsten wachsende Unterhaltungsform. Gaming zieht sich vermutlich bald durch alle Generationen. Die gesamte Branche entwickelt sich rasant weiter. All das passiert unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit.

Aktuell wandern die Games von den Konsolen und Spielstationen in die Cloud. Cloud Gaming wird in der Szene als Megatrend bejubelt. Diese Form des Gaming soll die Hardware, physische Formen der Spiele und vor allem Downloads überflüssig machen. Die Games gibt es live im Internet. Ähnlich einem Stream im TV. Die meist teure Hardware wird damit überflüssig. Gespielt wird über den PC oder den TV-Schirm. Auch die Tatsache, dass immer mehr schnelle Internet- Verbindungen zur Verfügung stehen, beschleunigt diese Entwicklung.

Die Spieleentwickler scheinen sich zudem nach dem Wettrennen um den spektakulärsten Metaverseevent wie den Konzerten von Travis Scott, Ariana Grande und anderen wieder auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Sie bauen ihre erfolgreichen Spielwelten aus und lancierten mehr neue Games im Markt denn je.

Zwar hatte Meta-Vizepräsident Vishal Shah erste im Juli dieses Jahres auf der FORTUNE Brainstorm Tech gemeint: „The metaverse hype is dead.“ Doch hatte er sich dabei wohl zu sehr auf das von Mark Zuckerberg propagierte Metaverse konzentriert und die Gaming-Welt außer Acht gelassen. Dort läuft die Entwicklung in eine völlig andere Richtung.

Die Gamer werden wohl das Metaverse retten.

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