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Dank FPÖ-Empörung über „Safer Sex”-Kampagne entfaltet diese erst ihre ganze Wirkung

Maximilian Mondel
Maximilian Mondel
Eine auf Plakaten, Postkarten, Bierdeckeln sowie Facebook- und Instagram-Ads ausgespielte "Safer Sex"-Kampagne des Gesundheitsministeriums mit frechen Sprüchen rief dieser Tage die Freiheitlichen auf den Plan: Sie sehen darin eine Werbung für Sexualpraktiken.

„Spitz auf Doggy?“, „Scharf auf Scissoring?“ oder „Lust auf Lecken?“ steht da auf Sujets einer Werbekampagne des grün geführten Gesundheitsministeriums zu lesen. Die Auflösung wird in der auf Plakaten, Postkarten, Bierdeckeln sowie Facebook- und Instagram-Ads ausgespielten Kampagne gleich mitgeliefert: „Ja. Safe!“ steht da zu lesen, und damit ist klar, es geht um Safer Sex und den individuellen Schutz vor ansteckenden Krankheiten beim intimen Beisammensein.

Nicht so für die FPÖ. Denn die wittert hinter der absichtlich im sogenannten „Pride Month” veröffentlichten Kampagne einen Werbefeldzug, der „nicht wie vorgegeben auf der Verhütung von Krankheiten, sondern auf der Bewerbung der Sexpraktiken“ aus ist. Und nicht nur das: Die FPÖ hat das Gesundheitsministerium und Gesundheitsminister Johannes Rauch angezeigt, denn FPÖ-Familiensprecherin Rosa Ecker sieht einen Verstoß gegen Paragraf 2 des Pornografiegesetzes.

Jetzt leben wir natürlich in einem freien Land, und jeder kann bis zu einer gewissen Grenze sagen, was ihm so auf der Zunge brennt. Auch die FPÖ, die ja mit ihren eigenen Kampagnen nicht selten über die Grenzen des guten Geschmacks hinausschießt. Ja, die FP-Familiensprecherin Ecker darf sich eschauffieren! Man will ja auch mal in den Medien unterkommen. Was Frau Ecker und ihre Gesinnungsgenossen halt nicht bedenken: Durch ihre Empörung rückt die Kampagne, die ansonsten wohl unter der Wahrnehmungsgrenze dahingetümpelt wäre, weil wir alle schon viel frechere Sprüche in der Werbung gesehen haben, in die Fokus der Öffentlichkeit. Und zwar ganz massiv. Eventuell haben die Werbetexter im Dienste des Gesundheitsministeriums ja sogar damit gerechnet, dass sich jemand öffentlichkeitswirksam über die Texte auf den Sujets aufregen wird und haben diese Empörung „eingepreist”. Haben Sie sich das schon einmal überlegt, Frau Ecker?

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