Seit des Skandals um den angeblichen Soft-Core-Pädophilie-Ring, schalten Nestlé und die Walt Disney Company keine Werbung mehr auf YouTube. Der YouTuber Matt Watson machte darauf aufmerksam, dass auf Algorithmen basierend, Nutzern Videos vorgeschlagen werden, die junge Mädchen bei Aktivitäten zeigen, die als sexuell suggestiv ausgelegt werden könnten. YouTube hat daraufhin 400 Kanäle und Millionen Nutzer-Kommentare gelöscht.
Ende 2018 hat das Marktforschungsinstitut Integral in Zusammenarbeit mit dem interactive advertising bureau austria (iab austria) eine Studie veröffentlicht, die zeigt dass Datenskandale, Hass-Postings, Fake-News und laufende Änderungen der Algorithmen zu einem deutlichen Vertrauensverlust in sozialen Medien führen. Der finanzielle Schaden durch Spendings bei US-Digitalgiganten übertrifft häufig jede lokale Aktivität, deren Absatzsteigerung und Image-Aufwertung transparent mess- und darstellbar ist. In Österreich setzt die Digitalwirtschaft auf Eigenverantwortung. „Die nationalen Publisher und Vermarkter sichern ihren Kunden das gewünschte Content-Umfeld. Globale und nationale Marken täten gut daran, auf die nationale Kompetenz zu setzen“, verdeutlicht Eugen Schmidt, Leiter des Online-Vermarkterkreises im iab austria.
Der Code-of-Conduct des iab austria, dem sich alle relevanten Werbetreibenden, Agenturen, Demand-Side-Plattformen, Sell-Side-Plattformen, Vermarkter, Publisher und Co. verpflichtet haben, übertrifft internationale Vorgaben weitgehend und bietet Marken dadurch ein sicheres Werbeumfeld.
„Dieser weitere YouTube-Skandal beweist, dass Werbekampagnen nicht ausschließlich von Algorithmen ausgespielt werden sollen. Google und Co. haben längst die Kontrolle über ihre Plattformen verloren. Dass beispielsweise Werbung von Disney in Videos gezeigt wird, die in Zusammenhang mit pädophilen Kommentaren stehen, bedeutet einen großen Schaden für eine globale Marke. Werbetreibende wären besser beraten, sich an nationale Publisher und Vermarkter zu halten, die eine starke Eigenverantwortung haben und nach hohen Vorgaben arbeiten.“,so Schmidt.














