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Bringt KI endlich in die Schule

Albert Sachs
Albert Sachs
Noch länger auf KI im Unterreicht zu verzichten, kann sich Österreich nicht leisten.

Handreichung. Wissen Sie, was eine Handreichung ist? Bei einer „Handreichung“ handelt es sich, laut Duden, um eine „Hilfeleistung, die darin besteht, dass jemand einer anderen Person bei einer Arbeit, besonders einer manuellen Tätigkeit, zur Hand geht“.

„Handreichungen“ sind im österreichischen Bildungssystem weitverbreitete, denn als solche werden Papiere tituliert, mit denen sich das Unterrichtsministerium an Schulen und Lehrer:innen wendet, um diese zu einem aktuellen Thema zu informieren und ihnen gegebenenfalls eine Art Leitlinie zu bieten. Laienhaft zusammengefasst.

Im österreichischen Unterrichtsministerium (Bildungsministerium Bildung, Wissenshaft und Forschung) existiert mit Sicherheit eine andere Definition. Auch zur KI publizierte das Ministerium eine solche Handreichung: „Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz im Bildungssystem.“ Sonst ist zum Thema „KI und Schule“ wenig zu finden.

In besagter Handreichung – heiße 18 Seiten Umfang inklusive Titelblatt, Impressum, Vorwort, Inhaltsverzeichnis usw. – ist natürlich von den Gefahren und Risiken der KI die Rede. Aber erfreulicherweise auch von deren Vorteilen und Chancen. Und es darf als positiv bewertet werden, dass letztere in der Aufzählung den Negativszenarien vorangestellt sind.

Neben dem „kritischen Hinterfragen ethischer und datenschutzrechtlicher Aspekte“ (hat auch seine Berechtigung) enthält die „Handreichung“ auch einige positive Denk- und Handlungsansätze. Doch insgesamt, nennen wir es einmal so, überwiegt die skeptische Tendenz.

Aber: Ja! KI gehört in die Schulen. Möglichst rasch. Möglichst umfassend. Möglichste themenübergreifend. Möglichst unkompliziert. KI und ihre Auswirkungen auf jeden einzelnen von uns, auf die Gesellschaft, auf unser Lernen, auf die Technik, auf unsere Arbeitswelt, auf die Zukunft, auf unser Miteinander und und und …

Warum beispielsweise eine Deutsch-Schularbeit nicht mit Hilfe von ChatGPT schreiben – wenn über den Modus und die Technik vor- und nachher ausreichend diskutiert wird. Das muss ja nicht im Deutsch-Unterricht passieren. Vielleicht in Physik? Oder in einer Ethik-Stunde. Und warum nicht in Darstellender Geometrie ein paar Unterrichtseinheiten mit Midjourney gestalten?

Abwarten können wir, kann sich die Schule nicht leisten. Zur KI darf die Chance einer Art Grundbildung nicht wieder vergeben werden. Scheitern wie beispielsweise in Sachen Medienkompetenz ist absolut verboten. Vielleicht müssen wir die KI sogar als eine Art neue Kulturtechnik der künftigen Generationen, besser schon der nächsten, sehen.

Hochachtung gebührt jeder einzelnen Lehrerin, jedem einzelnen Lehrer, die oder der sich mit dem Thema befasst, der so etwas wie die ChatGPT-Schularbeit schon einmal in ähnlicher oder auch ganz anderer Form versucht hat.

Wenn die Schritte bei der KI in die richtige Richtung gehen, dann darf die „Handreichung“ auch in Zukunft unter dieser Bezeichnung firmieren.

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